Allgemeine Geschäftsbedingungen (AGB)

  1. Für wen gelten diese AGB und was regeln sie?

Diese AGB gelten zwischen Ihnen (als natürliche oder juristische Person mit Wohnsitz bzw. Sitz in der Schweiz) und der Migros Digital Solutions AG („MDS“), die den Dienst “Finly” anbietet. Sie regeln den Abschluss sowie die Abwicklung von Forderungskaufverträgen gemäss Ziffer 7.

Bei allfälligen Widersprüchen zwischen diesen AGB und einem Forderungskaufvertrag gemäss Ziffer 7 geht Letzterer vor.

  1. Welche Forderungen kann ich MDS zum Kauf anbieten?

Sie können MDS grundsätzlich sämtliche Forderungen zum Kauf anbieten, die im Rahmen Ihrer geschäftlichen Tätigkeit zu Ihren Gunsten entstehen, d.h. Forderungen aus Ihren gewerblichen Lieferungen oder Leistungen gegenüber Ihren Kunden. 

Aktuell stellt MDS folgende Mindestanforderungen an Rechnungen, deren Forderung ihr zum Kauf angeboten werden: Der Rechnungsempfänger (Schuldner) muss ein Geschäftskunde sein, Privatpersonen werden nicht akzeptiert. Ausserdem muss der Schuldner seinen Sitz in der Schweiz haben. Der Mindestbetrag einer einzelnen Rechnung liegt bei CHF 200 und der Höchstbetrag bei CHF 30’000. Höhere Beträge können nach individueller Prüfung berücksichtigt werden. Das Rechnungsdatum darf maximal 30 Tage in der Vergangenheit liegen. Die Rechnung muss ein Zahlungsziel enthalten und das Fälligkeitsdatum muss mindestens sieben und darf maximal 90 Tage in der Zukunft liegen. Die Rechnung muss in Schweizer Franken (CHF) ausgestellt sein. 

Sie entscheiden selbst, welche Forderung(en) Sie MDS zum Kauf anbieten möchten.

  1. Welche Anforderungen stellt MDS an die Forderung?

Die Forderung muss bestehen, durchsetzbar sowie frei sein von Einreden und Einwendungen des Schuldners (z.B. Verrechnung).

Sie sichern MDS zu, dass keine weiteren Erfüllungshandlungen Ihrerseits mehr erforderlich sind, die Forderung nicht gepfändet oder an eine andere Person abgetreten worden ist und kein Abtretungsverbot besteht.

  1. Welche Angaben muss meine Rechnung enthalten?

Die Rechnung, deren Forderung Sie MDS zum Kauf anbieten möchten, muss jeweils folgende Angaben enthalten:

  • Name und Adresse des Schuldners;
  • Offener Forderungsbetrag (bereits erhaltene (An-)Zahlungen oder gewährte Rabatte sind ausgewiesen oder bereits abgezogen);
  • Rechnungs- und Fälligkeitsdatum;
  • IBAN und Empfängerdaten von MDS (diese erhalten Sie nach der erfolgreichen Registrierung mit der “Guideline zum Einreichen von Rechnungen”).
  1. Wie kann ich MDS meine Forderung(en) zum Kauf anbieten?

Zunächst registrieren Sie sich unter Angabe Ihrer erforderlichen Daten (u.a. Name/Firma, Adresse/Sitz, Email-Adresse, Telefonnummer) auf der Webseite von MDS (unter: https://finly.ch). 

Nach Ihrer Registrierung teilt Ihnen MDS telefonisch oder per Email mit, welche zusätzlichen Informationen/Unterlagen für die Bonitätsprüfung benötigt werden. Nach Erhalt der Unterlagen führt MDS innerhalb von zwei Werktagen die entsprechenden Prüfungen durch. Hierzu kann sie auch Dritte (z.B. CRIF, Intrum, Creditreform) beiziehen.

Bei einem positiven Prüfungsergebnis, welches Ihnen zusammen mit der entsprechenden ”Factoring-Gebühr” (vgl. Ziffer 9-10) per Email mitgeteilt wird, können Sie umgehend Ihre Forderung(en) per Email an MDS zum Kauf anbieten sowie entscheiden, ob Sie sich für ein offenes oder stilles Factoring entscheiden (vgl. Ziffer 11-14). Berücksichtigen Sie dazu auch die Informationen aus dem Dokument “Guideline zum Einreichen von Rechnungen”. 

  1. Kann MDS den Kauf meiner Forderung(en) ablehnen?

Ja, MDS kann den Kauf Ihrer Forderung(en) ohne Angabe von Gründen ablehnen.

MDS teilt Ihnen den Kaufentscheid (positiv oder negativ) nach Erhalt und Prüfung Ihrer Forderung per Email mit.

  1. Bin ich an mein Kaufangebot gebunden?

Nein, Sie sind nicht an Ihr Kaufangebot gebunden. Die Zustellung einer Forderung bzw. Rechnung an MDS stellt kein verbindliches Angebot im Sinne des Obligationenrechts, sondern eine unverbindliche Einladung an MDS zur Offertstellung dar.

  1. Wie kommt der Kaufvertrag über die Forderung zustande?

Falls MDS Ihre Forderung kaufen möchte, erhalten Sie per Email ein verbindliches Angebot zum Kauf Ihrer Forderung zugestellt („Factoring-Vertrag”). MDS ist für sieben Tage ab Zustellung des Factoring-Vertrags an das Kaufangebot gebunden.

Der Factoring-Vertrag zwischen Ihnen und MDS kommt zustande, wenn Sie den Factoring-Vertrag innert Frist rechtsgültig unterzeichnet über den eingebundenen Dritt-Service DocuSign an MDS retournieren.

  1. Wann und wie erhalte ich den Kaufpreis für die Forderung?

MDS überweist Ihnen den Kaufpreis für die Forderung abzüglich einer Entschädigung („Factoring-Gebühr”) gemäss Ziff. 10 werktags innert 24 Stunden nach Erhalt des von Ihnen rechtsgültig unterzeichneten Factoring-Vertrags.

Der Kaufpreis abzüglich der Factoring-Gebühr wird Ihnen auf das von Ihnen bei der Übermittlung der einzureichenden Rechnungen genannte Bankkonto überwiesen.

  1. Wie hoch ist die Factoring-Gebühr?

Die Factoring-Gebühr hängt sowohl von Ihrer Bonität als auch der Ihres Schuldners, sowie von der verbleibenden Frist der eingereichten Rechnung und der Art des Factoring (offen oder still) ab und beträgt 0.5% bis 4.3% des Forderungsbetrags. 

Die Factoring-Gebühr wird im Factoring-Vertrag angegeben.

  1. Erfährt der Schuldner vom Forderungskauf?

Beim offenen Factoring erfährt der Schuldner von dem Forderungskauf, da die MDS als Empfänger auf der Rechnung an Ihre Kunden vermerkt ist. Weiter kann der Schuldner im Rahmen der Verifizierung von dere MDS kontaktiert werden und so ebenfalls vom Forderungskauf erfahren (vgl. Ziffer 12).

Beim stillen Factoring erhält der Schuldner nur durch die auf MDS lautenden Zahlungsdaten auf der Rechnung einen Indiz für den Forderungskauf.

Der Schuldner zahlt in beiden Fällen direkt an MDS.

  1. Darf MDS die Forderungen beim Schuldner verifizieren?

Die Variante des offenen Factorings berechtigt MDS dazu, zum Kauf angebotene oder bereits gekaufte Forderungen beim betreffenden Schuldner zu verifizieren, wenn MDS dies für notwendig hält.

Beim stillen Factoring führt die MDS keine direkte Verifizierung der Forderung beim Schuldner persönlich durch. Stattdessen sind neben der angebotenen Rechnung zusätzliche Dokumente einzureichen, die eine Verifizierung ermöglichen.

  1. Wie erfolgt der Mahnprozess bzw. das Inkasso?

Fällt ein Schuldner im Rahmen des offenen Factorings in Verzug, führt MDS den Mahnprozess und das gesamte Inkasso in eigenem Namen und auf eigene Rechnung durch. Für Inkasso kann sie auch Dritte (z.B. Creditreform, Intrum) beiziehen.

Fällt ein Schuldner beim stillen Factoring in Verzug, kontaktiert MDS zunächst Sie, um weitere Schritte abzuklären. Falls nötig führt die MDS den Mahnprozess und das gesamte Inkasso in Ihrem Namen und auf eigene Rechnung durch. Für Inkasso kann sie auch Dritte (z.B. Creditreform, Intrum) beiziehen.

Zum Schutz Ihrer Kundenbeziehungen stimmt MDS sowohl beim offenen als auch beim stillen Factoring das gesamte Vorgehen eng mit Ihnen ab.

  1. Übernimmt MDS das Zahlungsausfallrisiko?

Ja, MDS übernimmt im Rahmen des Forderungskaufs das Zahlungsausfallsrisiko (Delkredererisiko).

  1. Für welches Verhalten haftet MDS?

MDS haftet Ihnen gegenüber für vorsätzliches und grobfahrlässiges eigenes Verhalten. Jede weitergehende Haftung ist, soweit gesetzlich zulässig, ausgeschlossen.

  1. Wie werden mir Änderungen dieser AGB mitgeteilt?

Allfällige Änderungen dieser AGB werden Ihnen per Email mitgeteilt. Zudem finden Sie die jeweils aktuell geltenden AGB auf der Webseite von MDS.

  1. Welches Recht gilt und welche Gerichte sind zuständig?

Diese AGB wie auch die einzelnen Factoring-Verträge unterstehen materiellem Schweizerischem Recht unter Ausschluss des UN-Kaufrechts (CISG).

Für sämtliche Streitigkeiten im Zusammenhang mit diesen AGB und/oder den einzelnen Factoring-Verträgen sind die Gerichte in Zürich zuständig.

 

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